wandel gestalten

Lucius Burckhardt und der Werkbund.

Die Prinzipien moderner Architektur und Stadtplanung haben sich seit dem Zweiten Weltkrieg so umfassend durchgesetzt, dass sie das Erd- und Klimasystem destabilisiert haben. Sie stehen heute vor einer tiefgreifenden Transformation: der Bauwende. Anlässlich des 50. Jubiläums von Lucius Burckhardts Zeit als ersten Vorsitzenden des Deutschen Werkbundes richtet die Ausstellung „wandel gestalten“ im WerkbundForum des Deutschen Werkbund Hessen den Blick in zwei Richtungen: zurück auf die Tradition des ökologischen Bauens seit den 1970er Jahren und nach vorne auf die Gegenwart der digitalen Transformation.

Die Ausstellung ist kuratiert von Felix Dölker und Alexander Stumm und entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden der Hochschule Darmstadt und der TH Lübeck.

Der erste Teil der Ausstellung widmet sich den vielfältigen Ausstellungs-, Veranstaltungs-und Publikationsprojekten des Werkbundes in den Jahren 1976–83. Der Werkbund stand in dieser Zeit für eine Fundamentalkritik an der konventionellen Bauindustrie und der von oben herab geplanten, autogerechten Stadt – und er propagierte neue partizipative Strukturen und ökologische Konzepte. Lucius Burckhardt, ein Soziologe, war allerdings nur der Kopf eines viel größeren Akteursnetzwerks, zu dem auch Michael Andritzky, Ot Hoffmann, Rudolf Doernach, Gernot Minke, Walter Segal oder Eilfried Huth zu zählen sind. Ihre radikale Offenheit für eine andere Architektur kann Vorbild für die Bauwende sein. „wandel gestalten“ will damit einen kaum aufgearbeiteten Teil der Werkbund-Geschichte ins Bewusstsein bringen.

Im zweiten Teil richtet die Ausstellung den Blick auf die Gegenwart und fragt, wie sich die kritischen Themen des Werkbundes und Lucius Burckhardts eigene planerische Ansätze – insbesondere die Promenadologie – auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters übertragen lassen. Dabei rückt sie die unsichtbaren Architekturen der Digitalisierung in den Fokus und spannt den Bogen von algorithmisch gesteuerten Plattformen und KI-gestützten Planungstools bis zu den Klimafolgen und sozialen Problemen digitaler Infrastrukturen. Wie Burckhardt seinerzeit mit feinem Gespür die fossilen Logiken der autogerechten Stadt auseinandernahm, gilt es heute, die Machtverhältnisse, die Umweltauswirkungen und Gestaltungslogiken digitaler Räume zu entschlüsseln – und nach partizipativen Alternativen zu suchen.

Die Ausstellung findet im Rahmen der World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain statt und wird von einem Veranstaltungsprogramm mit Panel-Diskussion und Stadtspaziergängen begleitet. Kooperationspartner sind die Hochschule Darmstadt und die TH Lübeck.

Ausstellung

Datum

20.03. – 03.06.26

Ort

Details

Vernissage:
Donnerstag, 19. März, 19 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag, 14:30–17:30 Uhr
Mittwoch, 15:30–18:30 Uhr

Datum

25.02.2026

Verfasser

Deutscher Werkbund Hessen e.V.

Tags

Ausstellungen
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